Touratech Travel Event 2008 - Bericht von Hans


Nachdem sich die Teilnehmerliste auf Marcel, Lutz, Tina und mich rediziert hatte (Valentin ist wasserscheu, auch wenn es nicht regnet) sind wir fast pünktlich gegen 17:45 Uhr in Schwarzach aufgebrochen. Ziel war das Touratech-Hauptquartier in Niedereschach bzw. die daneben gelegene Zeltwiese. Lutz - mit Tina dabei - auf der Kuh führte an und navigierte, Marcel mit seiner Adventure folgte und ich mit der DR-Z hoppelte auf halb abgefahrenen MT18 hinterher. Die Reifen hatte ich letztes Jahr in Tunesien drauf und will sie einfach runter fahren.

Lutz fand einen brauchbaren Kompromiss zwischen angenehmer Strecke und der Notwendigkeit, voran zu kommen. Außerdem wollten wir noch ein wenig einkaufen, wir wollten uns nicht auf das (im vergangenen Jahr nicht so tolle) Verpflegungsangebot von Touratech verlassen. Kurz nach 20:00 Uhr hatten wir es dann geschafft und stellten unsere Zelte auf. Das Wetter war bis dahin eher besser als schlechter geworden. Noch während die Zelte aufgebaut wurden, ging der Grill in Betrieb. Während wir darauf warteten, dass unser Grillgut gut gegrillt war, wurde ich auf meine DR-Z angesprochen. Sie war zwar nicht die einzige, aber die einzige in gelb und mit Gepäck. Über das gesamte Wochenende fand sich immer jemand, der gerade eine gekauft hat und Fragen zu Reisetauglichkeit und Austattung hatte.

Wir konnten noch in Ruhe essen, bevor wir in die ehemalige Tennishalle (das neue Warenlager) wechselten, wo der erste Vortrag gehalten werden sollte. Doris Wiedemann war auf Dschingis Khans Spuren unterwegs und fuhr mit ihrer TT39 von der Krim nach Peking. Leider hielt der Vortrag nicht, was der Titel versprach. Die Erzählung lief ziemlich holprig und der Diaprojektor war mit der gestellten Aufgabe (riesige Leinwand, ebensolche Entfernung dorthin) überfordert. Die Bilder sahen recht flau und kontrastlos aus. Trotzdem gab es vom Publikum dankbaren Applaus, die Strecke ist ja eher nicht so häufig befahren und die Eindrücke von Reisenden sind immer eine Bereicherung. Zudem haben wir im Publikum Fred und Rainer gefunden und konnten schon über die Fernwehfete 3 Wochen später plaudern.

Am Samstag als erster unserer Gruppe wach, ging ich die wenigen hundert Meter zum Bäcker frische Brötchen holen. Zurück am Zelt kamen Lutz und Tina gerade zu Bewustsein, Marcel benötigte noch den Duft frischen Kaffees dazu. Nach dem Frühstück haben wir uns voll dem Konsumtrubel hingegeben. Der 2. Wahl Verkauf wurde sehr gut angenommen und auch wir konnten uns nicht dauerhaft den Angriffen auf unsere Barschaft wehren. Mit neuem Zubehör unter dem Arm bin ich dann mit Marcel in den Rundgang durch die Fertigung gegangen.

Eigentlich wäre ich ja auch gerne die 450er BMW probegefahren, doch auf dem sehr kleinen Rundkurs auf einem Brachgrundstück schien mir das nicht interessant. Außerdem war ich zu faul, mich dafür umzuziehen. Mit ähnlichen Ausreden hat sich Marcel darum gedrückt, die 250er Yamaha und die neue Ténéré zu fahren.

Am Nachmittag sind wir vier dann doch noch in Bewegung gekommen und sind eine Rundtour abgefahren, die von Touratech ausgearbeitet wurde und uns bis Titisee-Neustadt führte. Auf dem Rückweg kauften wir für den Abend ein und wieder wurde der Grill angeworfen. Da uns die Kohle ausgegangen war, hatten wir kurzerhand einen Einweggrill gekauft. Gestärkt waren wir dann bereit für den Film, es war fast 22:00 Uhr als es dunkel genug war. Ramona und Herbert Schwarz waren 2007 in Ostafrika unterwegs und haben den Victoriasee umrundet. Aus organisatorischen Gründen mussten sie auf das geplante Kamerateam verzichten und haben die Aufnahmen selbst gemacht. Mit einer X-Challenge und einer Vorserien F 800 GS unterwegs, hatten sie gerade in den ersten Tagen einige Probleme zu bewältigen. Bei beiden Motorrädern gaben die Federbeine auf. Das der 650er brach an der untern Aufnahme, die 800er verteilte wenig später ihr Dämpferöl im roten Sand. Doch die beiden sind keine Anfänger und haben die Ressourcen von Touratech im Rücken. Neue Federbeine wurden per Expresskurier geliefert und die Tour konnte weiter gehen. Heraus kam ein ansehenswerter und unterhaltsamer Film (Das Ende der Regenzeit - mit der F800GS rund um Afrikas grössten See), der uns und den anderen Zuschauern gut gefallen hat.

Damit war quasi die Veranstaltung für uns gelaufen. Am Sonntag haben wir gemütlich gefrühstückt und unser Gepäck auf den Motorrädern verstaut. Gegen 11:00 Uhr haben wir uns dann - wieder unter Lutz' Führung - auf den Heimweg gemacht. Das Wetter war weniger angenehm als am Samstag, es war kühler und irgenwann fuhren wir über die ersten feuchten Straßen. In einer Mittagspause haben wir das nahende Regengebiet ausgesessen und kamen trocken wieder in Schwarzach an. Tina zauberte in wenigen Minuten Kaffee und Kuchen auf den Gartentisch und wir konnen noch ein paar Sonnenstrahlen genießen, bevor Marcel und ich uns auf den Heimweg machten. Eine gute Stunde später stand die DR-Z in der Garage, die Schmutzwäsche rotierte in der Waschmaschine und es begann zu regnen.