2. Weichei-Nikolausrallye 200(7)8
Nikolausi-Rallye fast zum Osterhasi-Termin …
Aus Zeitgründen musste die Nikolausrallye auf den Januar verschoben werden. Da wir zum neuen Termin, Ende Januar, sogar noch mit Sonnenschein verwöhnt wurden, war diese Verschiebung gar nicht so schlecht …
Morgens halb 10 an der Tanke. Stefan T., Volker und ich treffen uns zur gemeinsamen Anfahrt. Startpunkt der Nikolausrallye ist bei Marcel, drüben im Elsass - ich weiß, früher war Drüben woanders ;-). Irgendwie sind wir ein ungleiches Gespann, eine Transalp, eine Moto Guzzi California und eine KTM-Adventure (das Adventure sollte zum Teil aber ein anderes als gedacht werden). Aber wir wollen eh die Straßenversion der Orientierungs-Rallye fahren, da passen die unterschiedlichen Konzepte schon. In Hagenbach dann die erste (eigentlich vorhersehbare) Panne. Bei meiner Kati ist die Hauptsicherung durchgebrannt. Ein altes Spiel, das mich schon seit Herbst 2006 verfolgt (das wäre nun der der anders gedachte Teil des Adventures). Seither habe ich die Maschine, bzw. deren Kabelbäume mehrmals zerlegt, Kabel neu gezogen, Scheuerstellen beseitigt und „hasse nich gesehn“. Das einzig Positive an diesem Fehler: Man kann die Maschine auch ohne diese Sicherung ankicken (man muss aber lange treten) und trotzdem weiterfahren.
Bei Marcel angekommen, vermischen sich Begrüßung und Startvorbereitungen. Zwischen dem Hallo und dem Gedrücke ruft die Orga zum Briefing und gibt die Startunterklagen aus. 17 Koordinaten von Kontrollpunkten (CP) stehen auf der Liste. An diesen Punkten müssen entweder Aufgaben gelöst, oder einfach nur mit einem dort befestigten farbigen Stift, der Besuch des CPs dokumentiert werden. Nach und nach starten die Fahrer(innen). Manche alleine (wahrscheinlich die, die auf Sieg setzen) und manche in Gruppen (da setzen einige auf Mitleid, siehe Adventure…). Unser ungleiches Team von der Tankstelle startet als Gruppe, da Volker und Stefan kein GPS haben.
Nach dem ich die ersten Koordinaten eingegeben habe und die Kati endlich per Kickstarter zum Leben erweckt ist, düsen wir los. Bis zum ersten Punkt sind es nur einige wenige Kilometer. Doch auf dieser kurzen Strecke geht mir der Bock zweimal aus und ich trete mir den Wolf, was aber (unverständlicherweise) keine Zusatzpunkte gibt. Endlich am ersten CP angekommen, lösen wir die Aufgabe. Die gesuchte Dame hinter der Scheibe heißt Maria. Vielleicht würde ein Stoßgebet helfen, die Kati genesen zu lassen…
Der 2. CP ist schon etwas kniffliger. Klar, wir haben die Koordinaten, kommen aber irgendwie nicht richtig hin, da wir ja die Straßengruppe und nicht die Offroad-Truppe sind, scheitern wir an einer zweigleisigen Bahnlinie (und am Unvermögen, den richtigen Feldweg zu finden). Um das Ziel von der anderen Seite zu erreichen, machen wir einen kilometerlangen Bogen (falsche Taktik) um zwei Ortschaften. Dabei treffen wir auf Norbert, der die von-hinten-Variante auch probieren wollte. Leider scheiterte er an einem Wassergraben, was sein Mopped etwas gewichtsoptimierte (in Form eines Bremshebelverlustes). Unverrichteter Dinge fahren wir dann zum Ort unseres ersten CP2-Finde-Versuches zurück. Wenn es nicht per Mopped geht, dann müssen wir halt laufen. Ca. 350 m stiefeln wir auf den Bahnschienen entlang (immer vorsichtig umschauend, ob uns da nicht ein TGV überraschen möchte), bis wir den gesuchten Punkt erreichen. Mittlerweile sind noch andere Teilnehmer eingetroffen, Theo hat den Weg auf dem Zweirad gefunden, Michael, ist wie wir, auch per Pedes unterwegs. Die zu lösende Aufgabe ist einfach, man soll die Entfernung vom CP zum Stoppschild vor den Bahngleisen angeben. Natürlich haben das die Meisten auf dem GPS abgelesen. Die Orga wollte jedoch die Angabe auf dem heruntergerutschten Schild beim CP wissen – soviel zum Thema einfach ;-).
Nachdem wir wieder bei den Motorrädern zurück sind, will die Kati trotz vehementem Kickstartereinsatz nicht anspringen. Ich opfere noch eine Sicherung zum Starten per E-Starter, wohlwissend, dass diese eh bald wieder durchgebrannt ist. Kaum einen Kilometer weiter, als ich an einer Einmündung auf die anderen warte (zumindest war ich auf dem schmierigen Untergrund der Schnellste), macht es plopp und der Motor ist wieder aus. Die eben erst eingesetzte Sicherung ist natürlich wieder durch. Als ich wieder Tretmobil spiele, kommen Michael, Rita und Christiane hinzu und wollen helfen. Aber da gibt es momentan keine Hilfe L. Rita lässt mir noch ihre Ersatzsicherung da, ich habe nämlich nur noch zwei Pendants übrig. Mit der einen bringe ich den Motor wieder zum Laufen. Beim Aufsteigen ziehe ich die Handbremse und klick, Sicherung durch, Motor aus. Endlich kann ich einen Zusammenhang feststellen, der Kurzschluss muss wohl im Stromkreis des Bremslichts sein - hm, ob ich zu oft bremse?. Ich ziehe die Kabel vom Bremslichtschalter ab und setze meine letzte Sicherung ein. Anlasser an, Motor läuft und weiter geht die Fahrt zu CP3. Diese Aufgabe ist nun wirklich einfach, man muss nur den Namen eines Restaurants von einem Schild ablesen. In Wirklichkeit schauen wir uns das Schild natürlich von allen Seiten an und suchen nach evtl. Fallstricken der Orga…
In einer engen Kurve geht der Motor wieder aus, die Sicherung ist schon wieder hin. Nun will ich auch das Kabel des hinteren Bremslichtschalters abziehen. Dabei fällt mir auf, dass das Kabel auf dem Krümmer aufliegt und halb durchgeschmort ist. Das muss der Fehler sein! Ich schneide das verschmorte Stück heraus, schließe die Kabel des vorderen Bremslichtschalters wieder an und setze die allerletzte Sicherung ein, die ich von Rita bekam. Doch diese ist schon vor dem Einsetzen kaputt, da hat sie mir wohl eine durchgebrannte Version untergeschoben – die Gegner arbeiten mit allen Tricks um zu gewinnen! Egal, ich überbrücke einfach den Sicherungshalter bis der Motor läuft, dann fahren wir weiter. Unterwegs folgen wir einem Schild zu einem Supermarkt. Dort kaufe ich einen Haufen Sicherungen, man weiß ja nie was noch kommt. Aber von nun an fliegt keine Sicherung mehr raus. Klar, ich habe jetzt ja auch den halben Supermarktvorrat im Seckel. So wie es aussieht habe ich nach langem Suchen endlich das Kurzschluss-Problem gelöst – Heureka, das Stoßgebet hat wohl geholfen!
Gleich mal Vollgas geben und zum nächsten CP fliegen. Wir haben schon eine Menge Zeit verloren und so wie es aussieht, können wir nicht mehr alle Punkte anfahren. CP4 und CP5 sind ähnlich der vorigen Aufgabe. Sie liegen, zu Guzzi-Volkers Glück, direkt an der Straße und man braucht nur diverse Namen und Nummern von diversen Schildern zu notieren. CP06 ist dann nicht ganz so einfach zu erreichen. Ein schmieriger Feldweg verlangt die ganze Konzentration. Volker ist gleich an der Straße stehen geblieben, dieses Elend muss er sich nicht antun – von wegen Straßentour! Am Ende des Feldweges wartet ein Trampelpfad. Da lasse ich die Maschine lieber stehen und gehe zu Fuß weiter, das ist sicherer. Stefan wartet bei den Zweirädern. CP6 liegt an einer stillgelegten Bahnstrecke im Wald. Auf dem Weg dorthin, wie gesagt aus Sicherheitsgründen zu Fuß, reißt es mir auf einmal die Beine Weg und ich überschlage mich wie eine Dreckschippe. Da alles ziemlich moddrich ist, sehen meine Klamotten dementsprechend aus – sollte ich die Story vielleicht etwas ausschmücken? Nach ein paar hundert Meter erreichte ich den Punkt, einem alten Bunker. Räng-Däng-Ralf und Torsten stehen schon dort. Torsten in eindeutiger Pinkelpose. „Hey Torsten“, rufe ich, „jetzt sag aber nicht, die Lösung ist 3 Zentimeter!“ Ach nee, die Frage ist ja eine ganz andere ;-). Es müssen die Fenster eines Bunkers gezählt werden, der hier im Wald steht. Abends, bei der Auflösung stellt sich dann heraus, dass ein Bunker keine Fenster hat, sondern Schießscharten, die richtige Lösung lautet also Null! Auf so was kann nur ein „ungedienter Militarist“ kommen, gell Marzl ;-).
CP07 war wieder eine leichte Abschreib-Aufgabe. Das Schwierige daran war, sich an die 30 km/h Höchstgeschwindigkeit zu halten, und das auf einem fast 6 Kilometer langen, wie mit dem Lineal gezogenen, asphaltierten Waldweg – no further comment ;-).
Die CPs 8 bis 10 waren dann solche, an denen mit Farbstiften die Anwesenheit kontrolliert wurde. Auf der matschigen Zufahrt zum 8er Punkt (sagte ich schon, dass wir die Straßentruppe sind?), wurde die Guzzi dann auch mal sehr schwer, so schwer, dass sie sich hinlegen musste. Durch den weichen Untergrund ist jedoch nichts passiert, von diversen Bodenproben, die sich an der Maschine festgeklammert haben mal abgesehen. Den Stift haben wir zwar lange im Gebüsch suchen müssen, aber da waren wir nicht die Einzigen. CP9 war wieder recht einfach, auch die Zufahrt und an Punkt 10 kann ich mich nicht mehr erinnern, war dann wohl auch pippifax ;-). An der letzten Aufgabe vor der Mittagspause, CP11, haben wir uns dann die Zähne ausgebissen. Von Süden her führte ein Waldweg zum CP, jedoch waren die letzten 30 Meter durch Stacheldraht-Zäune unerreichbar. Dann versuchen wir es halt wieder mal von der anderen Seite (dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass die bisherigen Umgehungs-Taktiken nicht erfolgreich waren!). Rasch aufgesessen und die Ortschaft umfahren. Beim Friedhof biegen wir rechts ab und folgen einer weichen und steilen Auffahrt. Das heißt, Stefan und ich folgen, Volker stellt seine Guzzi beim Friedhof ab. Recht hat er! Ich kann ja jetzt gut stinken, wo meine Mühle wieder richtig läuft ;-) Doch die ganze Rutscherei den Berg hinauf und hinab ist vergebens. Auch von dieser Seite kommen wir nicht an den Punkt heran. Komischerweise haben alle anderen den Stift gefunden. Ich vermute hier eine groß angelegte Verwirrungstaktik der Offroader, um unsere Straßengruppe schlecht aussehen zu lassen… ;-)
Am CP12 ist der „Mittagspunkt“ mit Sonderaufgaben. Nach den Startunterlagen ist der Punkt nur bis 14:30 Uhr besetzt, wir haben nun aber schon 15:00 Uhr. Glücklicherweise sind Antje und Carsten doch noch vor Ort, so dass wir zumindest ein Stück Kuchen und etwas zu trinken bekommen. Dabei füllen wir noch einen Fragebogen aus und machen zwei Koordinationsübungen. Zum Einen müssen wir mit geschlossenen Augen mit den Armen einen Kreis machen und die Zeigefingerspitzen aufeinander treffen lassen. Zum Anderen bekommen wir einen Stift mit einer Schnur um den Bauch gebunden und müssen dann versuchen den Stift in einen Flaschenhals zu bugsieren. Das ganze sieht aus, als würde man auf einem Donnerbalken sitzen ;-). Die zusätzlich vorgesehenen Geschmackstests, können leider nicht mehr durchgeführt werden, da die Testobjekte mittlerweile ausgegangen sind. Nix da, die haben alles aus Langeweile aufgefressen ;-). Nach den Tests und der Stärkung bleibt leider keine Zeit mehr für weitere CPs. Um spätestens 16:00 Uhr müssen wir unsere „Stempelkarten“ bei Marcel abgeben und es sind noch einige Kilometer zu fahren. So lassen wir die Rückfahrt flott angehen, mit ohne Kurzschluss macht das richtig Spaß, und erreichen pünktlich um 15:59 Uhr das Ziel. Wir sind so pünktlich, dass Marcel noch gar nicht da ist. Die meisten anderen Teilnehmer treffen erst eine ganze Weile nach uns ein und bekommen dafür einige Strafpunkte. Dafür haben sie aber alle CPs abgegrast, uns fehlen leider die letzten fünf Stationen. Die Schrauberei hatte doch viel Zeit gekostet.
Am Abend sind wir zur Siegerehrung in einem Flammkuchenlokal in der Nähe von Marcels Haus. Mit vollen Bäuchen lassen sich die Sieger gut ehren. Den 3. Platz hat Jan errungen, auf den 2. Platz kommt Hans und auf Norbert fällt der Sieg und Platz 1. Als Prämie gibt es T-Shirts für die 3 obersten Plätze und einen Wanderpokal für den Ersten. Die Orga scheint allerdings einen anderen Sieger im Kopf gehabt zu haben, sonst hätte sich Norbert nicht in ein Shirt der Größe M zwängen müssen ;-).
Carlo
